physikalische  Grundlagen  zum  Bau  Meiner  Trompeten

Becher-masse und Klangvorstellung

Je leichter der Becher, desto weniger Energie muss der Spieler aufbringen, um ihn in Schwingung zu versetzen. Der tatsächliche Energieaufwand hängt jedoch stark von der Klangvorstellung des Spielers ab bzw. von dem, was er selbst von seinem Ton hört. Erwartet er einen leichten Ton, dann wird er den leichten Becher auch nicht überblasen. Bevorzugt er hingegen einen "fetten" oder eher dunklen Ton, so wird er mehr Energie investieren, falls sich seine Ton-Vorstellung so realisieren lässt. Falls dies alles nicht möglich sein sollte, so wird er sowieso zu einem andren Modell greifen.

Die Frage der Becher-Masse ist daher direkt gekoppelt an die Klangvorstellung und die Spielweise des Spielers. Ein fetterer, dunklerer Ton wird von einem etwas schwereren Becher "einfacher" erzeugt werden können.


Becher-Design

Hier kommt allerdings das Becher-Design ins Spiel.

 

Je schlanker der Becher, desto komprimierter der Kern des Tones. So klingt der Ton heller. Aufgrund der damit verbundenen Becher-Radien strahlt der schlanke Becher auch direkter ab, was eine höhere Projektion mit sich bringt.

 

Ein weiterer Becher mit weniger Kompression favorisiert untere und mittlere Bereiche und klingt daher dunkler. Er strahlt baubedingt auch divergenter ab.


Exakte  Blastechnik

Kombiniert man nun die Variablen "Masse" und "Becherform", so kommt man zu einem interessanten Phänomen:

Nimmt man die engeren Becherform und kombiniert diese mit mehr Masse, d,h. mit einem dickeren Blech, so erzeugt dies eine Synergie in dem Sinne, als das dickere Blech Energieverluste durch Schwingungen vor dem Becher unterdrückt und somit einen vollen, dunkleren ton mit der Projektion des schlanken Bechers "verheiratet". Die Schwierigkeit für den Spieler liegt darin, dass er die Töne genau im Zentrum treffen muss, da sonst diese Synergie nicht für ihn, sondern gegen ihn arbeitet.